Wieviel Bewegung braucht mein Hund, was sind die Auswirkungen wenn er zuwenig hat

Warum ist Bewegung so wichtig für den Hund?

Hunde sind, egal wie klein sie sind, Nachfahren des Wolfes. Dessen Revier kann Ausmaße von wenigen Dutzend bis zu mehreren Tausend Quadratkilometern einnehmen. Der Wolf durchstreift es täglich – zum einen, um es gegen fremde Rudel zu verteidigen und zum anderen, um seine Beutetiere zu erreichen. Im Schnitt wandert er dadurch etwa 20 Kilometer am Tag. Der starke Bewegungs- und Abwechslungsdrang beim Hund ist daher kein Zeichen für Hyperaktivität, sondern genetisch bedingt, wobei seine Ausprägung je nach Hunderasse, Alter und Gesundheitszustand variiert.

Rundum fit

Durch die Bewegung wird, wie beim Menschen auch, der gesamte Bewegungsapparat – bestehend aus Knochen, Gelenken, Muskeln und Nerven – trainiert und damit gefestigt. Außerdem wird der Kreislauf angeregt und der Stoffwechsel in Schwung gebracht. Dadurch kann auch das Immunsystem besser arbeiten und der Hund ist weniger krankheitsanfällig.

„Faul“ mit Folgen

Bei zu wenig Bewegung kann es zu gesundheitlichen Problemen kommen. Eine sehr häufige Folge mangelnder Bewegung ist – so grotesk es klingen mag – die Abnutzung von Gelenken und Knochen. Denn ohne Auslauf wird Muskelmasse ab- und Fettmasse aufgebaut. Dadurch kommt es zu einer höheren Belastung von Gelenken und Knochen und der Hund kann sich bald, selbst wenn er die Möglichkeit bekommt, nicht mehr schmerzfrei bewegen. Übergewicht bedingt außerdem Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Diabetes. Da solche Krankheiten gefährlich sind, wie der Mensch häufig aus eigener Erfahrung weiß, sollten sie auch beim Hund nicht unterschätzt werden.

Auch die Psyche leidet

Noch bevor körperliche Schwächen infolge von Bewegungsmangel zu erkennen sind, werden psychische Störungen deutlich. Das Verhalten des Hundes wirkt verändert und es kann vorkommen, dass er nicht mehr gehorcht. Ein mögliches Verhaltensmuster entspricht dem der Hysterie: dabei versucht der Hund, sich in den Vordergrund zu drängen und besonders viel Anerkennung, Zuneigung und Aufmerksamkeit zu bekommen was bis zum um sich Schnappen führen kann. Ständiges Kläffen und zu Hause unruhig sein, weist als ein sehr deutliches Signal auf eine solche Verhaltensstörung hin.

Wie viel Auslauf braucht ein Hund?

Wie viel und welche Art Auslauf ein Hund braucht, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Rasse
  • Größe
  • Alter

Gesundheitszustand

Es gilt aber laut verschiedener Hundeverbände die Faustregel: zweimal täglich sollte der Hund nach draußen und sich insgesamt 2 Stunden bewegen. Für genau auf den eigenen Hund zugeschnittene Auslaufempfehlungen kann der Tierarzt zurate gezogen werden. Auch Ratgeber für die Hunderasse können gute Tipps liefern. Generell gilt, dass junge Hunde und kleine Hunderassen mehrmals am Tag kurze Auslaufzeiten ca. 20 bis 30 Minuten brauchen, um sich auszutoben. Größere und mittlere Hunde mögen dagegen längere Spaziergänge im eher gemäßigten Tempo (ca. 1 Stunde) – zweimal am Tag. Am Tag einmal für 30 Minuten immer die gleiche Runde um den Block ist für ausgewachsene Hunde zu wenig.

Abwechslung tut auch Vierbeinern gut

So unterschiedlich die Auslaufbedürfnisse auch sein mögen: Was alle Hunde brauchen, ist Abwechslung. Um geistig gefordert zu werden, freuen sie sich, einen neuen Weg zu erkunden und nicht immer dieselbe Runde um den Block zu laufen. Ein gemeinsames Hobby, das dem Hund und seinem Menschen gleichermaßen Spaß macht, ist optimal, um beider Gesundheit zu fördern und einen reservierten Bereich zu schaffen, in dem die Neigungen und Talente des Hundes bestmöglich ausgelebt werden können. Ist es ein sportliches Hobby, muss darauf geachtet werden, dass niemand überfordert wird. Das Pensum sollte langsam gesteigert werden, um die körperlichen Grenzen beider Teilnehmer nicht zu überschreiten. Vor allem bei jungen und alten Hunden ist Vorsicht geboten: deren Bänder und Gelenke können leicht überansprucht werden und es kann zu Schmerzen und Verletzungen kommen. Bei ihnen wäre deshalb ein geistig forderndes Hobby, eventuell als Ergänzung zu einem körperlich mäßig belastenden, optimal.

Verhaltensauffälligkeiten bei Hunden

Bei Verhaltensauffälligkeiten bei Hunden empfiehlt sich immer zuerst einmal den Tagesablauf des Hundes ehrlich zu analysieren und zu überprüfen ob mein Hund wirklich genügend Bewegung und Abwechslung in seinem Alltag hat. Wenn nicht dann den Tagesablauf ändern und den Hund langsam an mehr Bewegung gewöhnen. Sollten die Verhaltensauffälligkeiten nach drei Monaten nicht besser geworden sein dann bitte euer Hundetrainer aufsuchen der kann euch sicher weitere Tipps geben oder euch einen guten Verhaltenstherapeuten empfehlen.

Übrigens auch wenn man den Hund zu viel beschäftigt und überfordert kann das Verhaltensauffälligkeiten hervorrufen.Der Hund muss nicht den ganzen Tag bespasst und unterhalten werden, er muss sich auch zum schlafen zurückziehen können.Beide extreme zu wenig Bewegung und Beschäftigung sowie auch zu viel wirkt sich immer negativ auf den Hund aus.
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